Regionalabschnitt 31/34 in Lichtenberg – „Die Gewalt verlagert sich nicht – wir schon“
Beamte warnen vor längeren Einsatzzeiten und wachsender Belastung
Die geplante Zusammenlegung der Polizeiabschnitte A31 und A34 Berlin zum 1. September 2026 stößt innerhalb der Berliner Polizei auf deutliche Kritik. Während die Behörden von einer besseren Nutzung der Kräfte sprechen, warnen Einsatzkräfte vor spürbaren Nachteilen für Sicherheit und Arbeitsbedingungen.

Kern ist die Bündelung des Einsatzdienstes am Standort des Abschnitts 34. Für den Bereich Hohenschönhausen bedeutet das längere Anfahrtswege von rund 14 Kilometern. Nach Einschätzung von Polizisten vor Ort werden sich dadurch die Reaktionszeiten deutlich verlängern. Besonders kritisch seien die täglichen Schichtwechsel, in denen zeitweise kaum Streifen im nördlichen Einsatzgebiet unterwegs seien. Verzögerungen von bis zu 20 Minuten gelten unter diesen Umständen als realistisch.
Zweifel gibt es auch an der offiziellen Darstellung einer verbesserten Präsenz. „Mehr Präsenz ohne zusätzliches Personal ist nicht möglich“, heißt es aus dem Einsatzdienst. Stattdessen drohe eine weitere Überlastung, da der Bereich des Abschnitts 34 bereits jetzt stark beansprucht sei.

Gleichzeitig bestehen interne Probleme. Fehlende Dienstgruppenleitungen und Schwächen in der Kommunikation erschweren laut Beamten bereits heute den Arbeitsalltag. Kritiker befürchten, dass diese strukturellen Defizite durch die Reform nicht behoben, sondern lediglich verschleppt werden.
Zusätzlichen Druck erzeugt das Wachstum im Ortsteil Neu-Hohenschönhausen. Rund 60.000 Menschen leben bereits dort, Tendenz steigend. Mit der wachsenden Bevölkerung nimmt auch die Zahl der Einsätze zu, schnelle Reaktionszeiten werden damit immer wichtiger.

Auch die Einsatzkräfte selbst spüren die Auswirkungen. Längere Wege und veränderte Dienstabläufe erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für einige wird es künftig nicht mehr möglich sein, ihre Kinder zu gewohnten Zeiten aus Schule oder Kindergarten abzuholen.
Aus dem Streifendienst kommt zudem grundsätzliche Kritik an der Einsatzplanung. In größeren Lagen könne es vorkommen, dass zunächst nur ein Funkwagen vor Ort sei und auf Unterstützung aus weiter entfernten Bereichen warten müsse.
> „Die Gewalt verlagert sich nicht – wir sollen es aber.“– so Beamten der Polizei Berlin, darunter Kräfte anderer Regionalabschnitte.

Viele Einsatzkräfte sehen in der Bündelung keine Verbesserung, sondern eine Verlagerung bestehender Probleme – mit möglichen Folgen für Sicherheit, Einsatzfähigkeit und Personalbelastung.
Abzuwarten ist die Stellungnahme seitens der Polizei Berlin.