Das Auto als Hitzefalle für Kind und Hund

Bei strahlendem Sonnenschein, erhitzt sich das Innere eines Fahrzeuges was in der Sonne abgestellt ist, auf Temperaturen von bis zu 70 Grad. Eine der tödlichsten Hitzefallen für Kind und Tier, die im Auto zurückgelassen werden, weil ihr Besitzer mal eben Shoppen oder Kaffee trinken geht.

Menschen die einen solchen Vorfall miterleben, wenn es sich um ein Säugling handelt, dürfen keine Minute zögern und müssen sofort handeln. Doch wie sieht es bei Tieren aus?

Rechtlich gesehen, völlig außer Frage

Wer ein Tier vor dem drohenden Hitzetod rettet, steht rechtlich auf der sicheren Seite. Das Strafgesetzbuch (StGB, Paragraph 34) rechtfertig auch das handeln bei Tieren. Das StGB, Paragraph 34 besagt, ,,eine Gefahr auf Leben, Leib, Freiheit,Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut“ mit angemessenen Mitteln abzuwehren.

Darf eine Autoscheibe eingeschlagen werden?

Das Bürgerliche Gesetzbuch kurz BGB steht einem Retter mit dem Notstandsparagraphen 228 zur Seite:

„Wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht widerrechtlich […].“
Vorgehensweise :Versuchen Sie den Halter des Fahrzeuges ausfindig zu machen. Schauen Sie in umliegenden Geschäften und lassen gegebenenfalls den Halter ausrufen.

Bevor Sie die Scheibe des Fahrzeuges beschädigen, holen sie sich einen oder mehrere Zeugen an das Fahrzeug und dokumentieren Sie das Vorgehen mit Fotos oder dergleichen.

Sollte das Tier befreit aber bewusstlos sein, benachrichtigen Sie die Tierrettung. Bieten Sie dem Hund Wasser an.

Halten Sie bis zu deren Eintreffen das Tier in Seitenlage und kühlen, wenn möglich, den Körper, angefangen bei den Beinen.

Darf ich meinen Hund im Auto lassen? Die Rechtslage

Egal, bei welcher Temperatur, ist es keine gute Idee, seinen Vierbeiner alleine im Auto zu lassen. Denn allzu schnell verstößt man gegen das Tierschutzgesetz; ein Auto ist schließlich kein Hundezwinger.

Ein Hundehalter, der seinen Weimeraner während seiner Arbeitszeit in seinem abgestellten Auto „parkte“, hatte vom Veterinäramt eine Untersagungsverfügung mit der Androhung eines Zwangsgeldes von 400 Euro erhalten. Dagegen klagte er – und verlor den Prozess (VG Stuttgart, Az.: 4 K 2755/14), weil er gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung verstoßen hat.

Müssen Hundebesitzer Bußgeld zahlen, wenn sie ihren Hund im Auto gelassen haben?

Das Tierschutzgesetz (TierSchG) ist eindeutig: Laut § 18 handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig einem Wirbeltier, das er hält, betreut oder zu betreuen hat, ohne vernünftigen Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt. In diesem Fall droht laut Gesetz ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

Geschieht das mit Absicht oder über einen längeren Zeitraum, kann laut § 17 sogar eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren verhängt oder eine Geldstrafe fällig werden. Da es sich dann um einen Straftatbestand und keine Ordnungswidrigkeit mehr handelt, bemisst sich die Höhe in Tagessätzen, die wesentlich vom Einkommen des Beschuldigten abhängen.

Möglicherweise wird die Hundehaltung für eine gewisse Zeit oder immer verboten.

Wenn die Polizei kommen muss…

Werden Polizei oder Feuerwehr gerufen, um ein Tier aus einem überhitzten Auto zu retten, können die dadurch entstandenen Kosten dem Hundebesitzer auferlegt werden (OVG Rheinland-Pfalz, Az.: 12 A 10619/05).

Quelle: Arag

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